Tag der Deutschen Einheit

Kreisweite CDU-Gedenkfeier in Übach-Palenberg - Tradition seit 30 Jahren

Festredner Hartmut Richter
Festredner Hartmut Richter
Seit 30 Jahren wird bundesweit der „Tag der Deutschen Einheit“ jeweils am 3. Oktober gefeiert. Auch in diesem Jahr hatte der CDU-Stadtverband Übach-Palenberg zu der kreisweiten CDU-Gedenkfeier zum „Tag der Deutschen Einheit“
in das Naherholungsgebiet ...

Seit 30 Jahren wird bundesweit der „Tag der Deutschen Einheit“ jeweils am 3. Oktober gefeiert. Auch in diesem Jahr hatte der CDU-Stadtverband Übach-Palenberg zu der kreisweiten CDU-Gedenkfeier zum „Tag der Deutschen Einheit“ in das Naherholungsgebiet eingeladen.

Vor dem offiziellen Beginn der Feier begrüßte CDU-Stadtverbandvorsitzender  Oliver Walther an der Friedenslinde kurz und knapp die wieder zahlreich erschienenen Gäste, insbesondere Ruth Ikier, die Gemeindereferentin der Katholischen Pfarre St. Petrus Übach-Palenberg. Ruth Ikier hielt eine kurze zum Nachdenken anregende Ansprache, bevor sie ein Friedensgebet sprach.

Es ist schöne Gewohnheit, dass anschließend mit einem Kräuterschnaps aus den neuen Bundesländern auf das gemeinsame Wohl angestoßen und ein
Ortswechsel hin zur Musikmuschel vollzogen wird. Hier hieß der CDU-Stadtverbandsvorsitzende eine Vielzahl von Gästen namentlich willkommen.
So waren unter anderem Bundestagsabgeordneter Wilfried Oellers, Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der Kreis-CDU Bernd Krückel, Übach-Palenbergs Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch (CDU) und sein 1. Stellvertreter Peter Fröschen (CDU), der 1. Beigeordnete der Stadt Übach-Palenberg, Helmut Mainz sowie Mitglieder aus dem Kreistag des Kreises Heinsberg und dem Rat der Stadt Übach-Palenberg unter den vielen Gästen. Sein herzlicher Gruß galt dem Bürgermeister der niederländischen Nachbargemeinde Landgraaf, Rymond
Vlecken und selbstverständlich auch den Damen und Herren des  Instrumentalvereins Herbach, die auch in diesem Jahr unter der Leitung von Willi
Beckers die musikalische Untermalung der Festveranstaltung übernommen hatten. Sein ganz besonderer Gruß galt dem Festredner der Veranstaltung, Hartmut  Richter.

In seinem frei gehaltenen Vortrag berichtete Hartmut Richter, der im Jahr 1948 in Glindow (Brandenburg) geboren wurde, aus seinem Leben. Er, der das SED-Regime ablehnte, wurde festgenommen und saß drei Monate in Untersuchungshaft. Im Mai 1966 wurde ihm der Prozess gemacht und vom Kreisgericht Potsdam zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Er wollte auf keinen Fall in dieser DDR bleiben. Ein Fluchtversuch „rüber in den Westen“ gelingt ihm Ende August 1966. Dabei schwimmt er bei Dreilinden durch den Teltowkanal nach West-Berlin und muss lange im Wasser ausharren. Diese Fluchterfahrung prägt ihn sein ganzes weiteres Leben. 1972 kehrt er - nach längeren Seefahrten, die ihn rund um die Welt führten - nach West-Berlin zurück. Gerade war das das Transitabkommen zwischen der Bundesrepublik und der DDR in Kraft getreten. Im gleichen Jahr darf der „Republikflüchtling“ Hartmut Richter nach  Amnestie wieder in die DDR einreisen. Ein Jahr später 1973 wurde er durch einen Bekannten gebeten, für eine Freundin aus der DDR einen geeigneten Fluchthelfer zu suchen. Hartmut Richter beschließt, diese Fluchthilfe selbst zu übernehmen. In der Folgezeit verhilft Hartmut Richter eigenständig Freunden und Bekannten zur Flucht aus der DDR. Aber dann, bei dem Versuch, seine Schwester in die Bundesrepublik zu holen, wurde er 1975 verhaftet und zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren verurteilt. 1980 wurde er durch die Bundesrepublik freigekauft. Hartmut Richter ist heute in ganz Deutschland unterwegs, um in Schulen und bei sonstigen Vorträgen das damalige Unrechtsregime der DDR weiter publik zu machen. Betroffen reagierten die Gäste auf seine Ausführungen, dass es nach dem Ende des „Dritten Reiches“ in der damaligen DDR weiterhin Lager gab, in denen Menschen wegen ihrer politischen Überzeugung eingepfercht wurden. Eine Vielzahl von ihnen überlebten diesen Horror nicht. Auch darum ist es Hartmut Richter ein ganz besonderes Anliegen, die junge Generation auf die damaligen Menschenrechtsverletzungen aufmerksam zu machen, sie wachzurütteln. Solche Unmenschlichkeit darf es auf deutschem Boden nie wieder geben.

„Einigkeit und Recht und Freiheit …..“, die Deutsche Nationalhymne, wurde zum offiziellen Ende der Veranstaltung von den Anwesenden gemeinsam gesungen bevor es dann auf der Terrasse des Bistros bei sonnigem Herbstwetter noch viele anregende Gespräche gab.

 

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