Unterwegs mit der Senioren Union Hückelhoven in Aachen

Domprobst Rolf-Peter Cremer führte die Gruppe durch den Dom. ©Foto: Rita Zurmahr-Tabellion Domprobst Rolf-Peter Cremer führte die Gruppe durch den Dom. ©Foto: Rita Zurmahr-Tabellion

Zu Besuch im Aachener Dom

Eine interessierte Gruppe machte sich auf den Weg zum Aachener Dom, eines der gut erhaltenen architektonischen Meisterwerke aus der Karolinger Zeit, das west- und oströmische Bautraditionen verbindet.

Der zentrale Kuppelbau, Oktogon, wurde als Pfalzkapelle, Marienkirche Karls des Großen, als Krönungskirche für 30 römisch- deutsche Könige und 12 Königinnen genutzt und wird heute als Europäische Wallfahrtskirche immer noch viel besucht und vom Bistum Aachen als Kathedralkirche genutzt. Mit seiner achteckigen Form symbolisiert sie den Übergang zwischen der irdischen Welt und der Unendlichkeit des Himmels. 1978 wurde der Dom in die UNESCO-Weltkulturerbeliste aufgenommen.

Das restaurierte Kuppelmosaik zeigt im Inneren Christus, umgeben von den Symbolen der Evangelisten. Originale, antike Marmorsäulen aus Rom und Ravenna beeindrucken die Besucher. 

Den mittelalterlichen Thron stellte man im Westjoch des Hochmünsters auf, im Osten schließt sich der gotische Chorbau an. Seine ursprünglichen Fenster wurden durch einen Bombenangriff zerstört. Der Dom blieb erhalten. Durch Spenden und finanzielle Unterstützungen, auch von Aachener Bürgern und Firmen, konnten die gotischen Fenster durch Mosaikarbeiten erneuert werden. Der Karlsschrein in der gotischen Chorhalle des Aachener Domes wurde nach 1182 in einer Aachener Goldschmiedewerkstatt zur Krönung Friedrichs  im Jahr 1215 fertiggestellt und Kaiser Friedrich I.Barbarossa, die Gebeine Karls des Großen aus dessen Grab in der Aachener Pfalzkapelle erhoben und sie in den Schrein am 27.7. 1215 überführt hatte;  2 Tage nach seiner erneuten und endgültigen Krönung zum römisch-deutschen König. Der Besuch des Aachener  Karlsschreins und Marienschreins ist Ziel  von zahlreichen historisch interessierten Besuchern und Kunstinteressierten.

Rolf-Peter Cremer, seit 2019 Leitender Dompropst, hatte eine Führung durch den Dom zugesagt und erwartete unsere Gruppe an der Domtür mit den Wolfsköpfen! Junge, ausländische Besucher stecken ihre Finger zum Test in das Wolfsmaul. Innen machte Dompropst Cremer auf den Wolf, eigentlich eine Bärin, aufmerksam, dem nach einer notwendigen Reparatur eine Bärentatze angesetzt wurde.

Der bekannte Leuchter, ebenfalls in Form eines Oktogons, wurde in den letzten Jahren durch Glaszylinder ergänzt, die  Wachs der  zahlreichen Kerzen auffangen. Dadurch werden Besucher, Stühle und Marmorboden unterhalb des Leuchters vor herabfallenden Wachstropfen geschützt.

Am Marienbild informierte Herr Cremer über wertvolle Marienkleider, die zu verschiedenen kirchlichen Jahresfesten gewechselt werden.Bei unserem Besuch Anfang Juni trug Maria ein helles Seidenkleid mit edlen Stickereien. Als Brosche fiel ein kleiner, grüner Frosch ins Auge. Eines von zahlreichen Schenkungen von Schmuckstücken. Eines der wertvollsten Schenkungen am Marienbild ist die Krone, die Margarethe von York 1474 dem Marienbild schenkte. Sie hatte sie bei ihrer Hochzeit mit Karl dem Kühnen getragen. Auch spanische Infantinnen schenkten kostbare Kleider. Ein Kleid aus spanischen Schenkungen wird am Marienbild nur zur Heiligtumsfahrt gezeigt.

Der Dom ist nicht nur ein Ort der Geschichte, Marienkirche, Machtzentrum Karls des Großen, der Besichtigung für Tausende von deutschen, europäischen Besuchern und Besucherinnen. Interessierte aus der ganzen Welt sind im Dom anzutreffen. Der Aachener Dom ist und bleibt auch ein Ort des Glaubens.
Mitglieder des Domkapitels zelebrieren regelmäßig Messen für Aachener, Aachenerinnen und Besucher aus Region, Deutschland, Europa und anderen Kontinenten, die den Dom als Glaubensort besuchen. Sie feiern Gottesdienst, beten und bringen ihre Bitten ein.

Dommusik bleibt ein wichtiger Bestandteil bei kirchlichen Feiern im Aachener Dom. Der Domchor wurde erweitert um einen Mädchenchor. Die Domsingschule wird weiter geführt. Dompropst Cremer betont, dass der Domchor der Jungen in Aachen älter ist als die „Regensburger Domspatzen“. Wenn auch die Regensburger Domspatzen einen weiteren Bekanntheitsgrad erlangten.

Seit 1349 werden alle sieben Jahre den Gläubigen und Pilgern aus dem europäischen Raum die vier Tuchreliquien, die im Marienschrein aufbewahrt werden, bei der  Heiligtumsfahrt in Aachen gezeigt. Die nächste Heiligtumsfahrt findet vom 9.- 19. Juni 2029 statt. In der Schatzkammer des Aachener Doms sind zahlreiche wertvolle Kunstschätze zu sehen. Das Zepter des Richard von Cornwall, die Krone der Karlsbüste, extra für die Krönung  angefertigt, königliche Schenkungen, Liturgische Geräte gehören zum bedeutenden mittelalterlichen Kirchenschatz.

 Die Zeit reichte an diesem Tag nicht mehr, um weitere Kunstschätze zu sehen oder Informationen über ihre Herkunft zu erhalten. Auch wenn wir den Aachener Dom kannten,  wir haben viel Neues erfahren. Der Aachener Dom ist immer einen Besuch wert. 

Herzlichen Dank an Dompropst Cremer für die Führung aus der Sicht desjenigen, der den Dom gut kennt und auf Besonderheiten aufmerksam machte.