Sensibilisierung durch Aufklärung!

Michael Kutz (Landesgeschäftsführer des Kinderschutzbundes NRW), FU-Kreisvorsitzende Elena Dohmen, Annett Pudlowsky (Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes Erkelenz) und Thomas Schnelle MdL (v.l.n.r). ©Foto: FU KV HeinsbergMichael Kutz (Landesgeschäftsführer des Kinderschutzbundes NRW), FU-Kreisvorsitzende Elena Dohmen, Annett Pudlowsky (Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes Erkelenz) und Thomas Schnelle MdL (v.l.n.r). ©Foto: FU KV Heinsberg

Frauen Union informiert zu Gefahren von Social Media für Kinder und Jugendliche

Die FU-Kreisvorsitzende Elena Dohmen begrüßte alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer an diesem heißen Frühsommerabend sehr herzlich. Sie ging kurz auf die Motivation zu diesem Info-Abend ein mit dem Hinweis, dass digitale Medien aus dem Alltag von Kindern und Jugendlichen – dem besonders gefährdeten und schutzbedürftigen Benutzerkreis - nicht mehr wegzudenken sind. Aufklärung über KI, Echtheit von Fotos, Fake News, Lernen, hinzuschauen, also Aufklärung ist erforderlich und wichtig und nicht das Schüren von Angst. Verbote helfen nicht weiter, sondern klare Richtlinien.

 

Zur fachkundigen Unterstützung und Beratung waren an diesem Abend die Referenten des Kinderschutzbundes Erkelenz, Frau Annett Pudlowsky und Herr Michael Kutz eingeladen, die FU-Kreisvorsitzende Elena Dohmen herzlich begrüßte und ihnen das Wort erteilte.

Frau Pudlowsky wies darauf hin, dass Grundlage ihrer Arbeit das Erreichen von gewaltfreier Erziehung und Verbesserung der Lebenssituation von Kindern sei. Hierzu biete der Kinderschutzbund Präventionsschulungen in Kindergärten und Schulen, Beratungen, Elternkurse, begleitete Umgänge, sozialpädagogische Familienhilfe u.a. an. Handlungsbedarf im Bereich digitale Medien bestehe tatsächlich bereits im Babyalter. Wenn digitale Medien schon in den ersten Lebensjahren zur Beruhigung oder Unterhaltung eingesetzt werden, drohen Reizüberflutung, eine frühe Gewöhnung an Belohnung durch Mediennutzung und verringerte Zuwendung durch Eltern oder Betreuer und bringe erhebliche Entwicklungsrisiken mit sich. Deshalb arbeite der Kinderschutzbund seit Jahren mit den verschiedensten Institutionen, anderen Trägern, Kinderärzten, Jugendämtern und Therapeuten eng zusammen.

Herr Kutz erklärte, wie wichtig Präventionsarbeit sei. Er erläuterte dies an zahlreichen Beispielen. Zur Unterstützung der Eltern werde der in Finnland entwickelte und langjährig auch in unserem Kinderschutzbund etablierte Elternkurs „Starke Eltern – Starke Kinder“ angeboten und stark angenommen. Umfassende Informationen über Wege aus der Gewalt biete auch der Flyer „Trau dich! Du bist nicht allein!“.

Eine sehr große Gefahr stelle – und das müsse mittlerweile allen Eltern und Erziehern bewusst sein – das unbegrenzte, unvorbereitete, unbeaufsichtigte Benutzen des Internets dar. Als besonders gefährdend stellte er das Abgreifen von Kindern und Jugendlichen im Bereich von Links- und Rechtsextremismus und sexueller Gewalt heraus.

Das größte Zeitfenster mit vielen Fragen und Erlebnisbeiträgen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurde dem Bereich sexuelle Gewalt im Internet gewidmet und die Formen herausgestellt. Man unterscheidet drei Abstufungen: Grenzverletzungen (sexualisierte Sprache, unerwünschte Umarmung, Missachtung der Intimsphäre), Sexuelle Übergriffe (z.B. unsittliche Berührungen sexistische Spielanleitungen, sexualisierte Fotos ins Netz stellen) und Sexueller Missbrauch (Straftaten gemäß §§ 174 ff. StGB: beispielsweise Exhibitionismus, Ansicht kinderpornographischen Materials, Zwang zum Zuschauen, alle sexuellen Handlungen mit direktem Körperkontakt u.a.m.).
Anhand eines Erklärungsbogens wurde allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Begrifflichkeit der Ausdrucksweise im Bereich sexueller Gewalt und Mobbing unter Jugendlichen erläutert.

Fazit: Es gibt keinen vollkommenen Schutz und deshalb: Sensibilisierung durch Aufklärung!
Einheitliche Einsatzregeln für Handy und iPad für Kinder und Jugendliche!

Wenn Sie Fragen haben oder Unterstützung suchen, wenden Sie sich bitte an den Kinderschutzbund Erkelenz: Aachener Straße 26, 41812 Erkelenz, E-Mail: info@kinderschutzbund-erkelenz.de

Am 25.06.2026 wurden durch unsere Bundesbildungs- und Familienministerin Karin Prien als Schutz für Kinder und Jugendliche vor Gefahren in der digitalen Welt die Vorschläge der eingesetzten Expertenkommission vorgelegt. Auch der umfassende Bericht macht deutlich, dass es nicht die eine Patentlösung gibt. Es wurde auf die besondere Verantwortung der Eltern hingewiesen. Gesetzliche Änderungen wurden vorgeschlagen und sollen baldmöglichst erfolgen, die u.a. auch ein bundesweites Handyverbot an Schulen für die private Nutzung bis zur siebten Klasse beinhalten soll.

FU-Kreisvorsitzende Elena Dohmen bedankte sich bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihr Kommen, für die vielen Fragen und Diskussionsbeiträge. Sie dankte insbesondere jedoch den beiden Referenten des Info-Abends für die umfassende Aufklärung und die Angebote der Unterstützung.